Die Finanzstrategie 2032 bildet zusammen mit dem jährlich erstellten Integrierten Aufgaben- und Finanzplan (IAFP) die Grundlage für die finanzielle Steuerung der Stadt Gossau. 

Die Finanzstrategie stärkt die finanzielle Widerstandsfähigkeit der Stadt. Ziel ist es, auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten handlungsfähig zu bleiben und einen stabilen Stadthaushalt zu gewährleisten.

Das Zielbild 2032 wurde bewusst gewählt, da in diesem Zeitraum die Aufwertungsreserve ausläuft. Die Strategie definiert deshalb sowohl die langfristige Ausrichtung der Finanzpolitik als auch den zeitlichen Rahmen für notwendige strukturelle Veränderungen und Konsolidierungsmassnahmen. Sie bildet damit einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem nachhaltig stabilen und zukunftsfähigen Stadthaushalt.

Finanzpolitische Grundsätze

Die Stadt Gossau verfolgt eine verantwortungsvolle und nachhaltige Finanzpolitik. Ziel ist ein stabiler und gesunder Stadthaushalt, der ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Leistungsangebot, Investitionen und finanzieller Tragbarkeit sicherstellt.

Haushaltsgleichgewicht und Investitionspriorisierung

Der Ergebnishaushalt soll langfristig ausgeglichen sein. Operative Defizite sollen nur in begründeten Ausnahmefällen entstehen. Investitionen mit langfristigem Nutzen werden gezielt priorisiert und unter Berücksichtigung der finanziellen Tragbarkeit umgesetzt.

Verlässliches Leistungsangebot

Die Stadt Gossau bietet der Bevölkerung ein verlässliches Angebot an öffentlichen Leistungen. Dabei stehen eine effiziente Umsetzung und die Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Bevölkerung im Vordergrund. Bei eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten können Leistungsanpassungen notwendig werden.

Steuerliche Attraktivität

Die Stadt Gossau strebt eine ausgewogene Steuerpolitik an. Der Steuerfuss soll im regionalen Vergleich möglichst attraktiv bleiben, ohne die Finanzierung wichtiger öffentlicher Aufgaben zu gefährden.

Verantwortungsvoller Umgang mit Schulden

Die Verschuldung muss begrenzt werden, um kommenden Generationen keine untragbaren finanziellen Lasten zu hinterlassen. Zwischen finanzieller Disziplin und notwendiger Weiterentwicklung der Stadt wird ein ausgewogener und verantwortungsvoller Ausgleich angestrebt.

 

Finanzielle Ziele

Zur nachhaltigen Steuerung der Stadtfinanzen hat der Stadtrat fünf strategische Kennzahlen definiert.

Selbstfinanzierungsgrad

Der Selbstfinanzierungsgrad zeigt, welcher Anteil der Investitionen durch selbst erwirtschaftete Mittel finanziert werden kann.

Zielwert: mindestens 70 %

Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote ist ein wichtiger Indikator für einen soliden Finanzhaushalt. Eine stabile Bilanz stärkt die Kreditwürdigkeit und erhöht die Krisenfestigkeit der Stadt.

Zielwert: mindestens 25 %

Nettoschuld pro Einwohnerin und Einwohner

Diese Kennzahl dient dem Schutz vor einer übermässigen Verschuldung und unterstützt eine faire Lastenverteilung zwischen den Generationen.

Zielwert: maximal CHF 2’500 pro Einwohnerin und Einwohner

Bruttoverschuldungsanteil

Der Bruttoverschuldungsanteil zeigt das Verhältnis der gesamten Finanzverbindlichkeiten zum laufenden Ertrag der Stadt. Er gibt Auskunft über die Tragbarkeit der Verschuldung.

Zielwert: maximal 150 %

Verschuldungskapazität

Die Verschuldungskapazität definiert die maximale Gesamtsumme aller aufgenommenen Darlehen. Sie dient dazu, eine Überlastung des Stadthaushalts zu vermeiden. Investitionen sind dann nur noch möglich, wenn sie vollständig aus eigenen Mitteln finanziert werden.

Maximalwert: CHF 170 Mio.

Stand und Entwicklung der Kennzahlen