Stadthaushalt operativ im Minus
Das Betriebsergebnis des städtischen Haushalts 2025 liegt über 11 Mio. Franken im Minus. Gegenüber der Rechnung 2024 verschlechterte es sich um 1,8 Mio. Franken, gegenüber dem Budget gar um 3,3 Mio. Franken. Insbesondere die Aufwände für die Pflegefinanzierung und den Sozialbereich liegen klar über dem Voranschlag. Auch im Bildungsbereich sind hohe Mehraufwände zu verzeichnen. Über 54 Prozent des Nettoaufwands des städtischen Haushalts entfallen mittlerweile auf den Bildungsbereich, rund 20 Prozent auf Gesundheit und soziale Wohlfahrt.
Tieferer Steuerertrag
Das negative Betriebsergebnis ist auch auf tiefere Erträge zurückzuführen. Die Steuereinnahmen der juristischen Personen fielen 1,5 Mio. Franken tiefer aus als budgetiert. Die Handänderungs- und die Grundstücksgewinnsteuern liegen gesamthaft rund 450'000 Franken unter Budget. Die Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen stiegen erneut. Dennoch verzeichnet der Stadthaushalt erstmals seit 2021 gesamthaft einen tieferen Fiskalertrag als im Vorjahr.
Reserven aufgelöst
Dass der Stadthaushalt ein positives Gesamtergebnis ausweist, ist auf zwei Faktoren zurückzuführen. Einerseits verbessert die Neuschätzung von Grundstücken im Finanzvermögen das operative Ergebnis um über 3,5 Mio. Franken. Andererseits wirken sich Reserveauflösungen von über 7 Mio. Franken positiv auf das Gesamtergebnis aus. Neben der gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Auflösung der Aufwertungsreserven wurden 2,8 Mio. Franken aus der Vorfinanzierung für das Haus der Kultur aufgelöst. Der Stadtrat hat das Projekt eingestellt, entsprechend musste die dafür gebildete Reserve aufgelöst werden.
Der Stadtrat beantragt dem Parlament, den Ertragsüberschuss 2025 des Stadthaushalts von 3,72 Mio. Franken der Ausgleichsreserve zuzuweisen.
Rund 18 Millionen für die Sportwelt
Die Investitionsrechnung weist Nettoausgaben von 18,28 Mio. Franken aus, geplant waren 34,65 Mio. Franken. Dies entspricht einem Realisierungsgrad von knapp 53 Prozent. Der allergrösste Teil der Investitionen entfiel auf die Sportwelt. Im Rechnungsjahr wurde ein Cashflow von 1,9 Mio. Franken erwirtschaftet, was einem Selbstfinanzierungsgrad von lediglich 10,4 Prozent entspricht. Der überwiegende Teil der Investitionen musste mit Fremdkapital finanziert werden.
Stadtwerke schliessen besser ab als budgetiert
Die Stadtwerke Gossau liefern zwei Millionen an den Stadthaushalt ab und schliessen mit einem Ertragsüberschuss von 484'000 Franken ab. Dieser liegt um 115'000 Franken über dem Budget. Der Ertragsüberschuss soll den betriebsnotwendigen Reserven der Stadtwerke zugewiesen werden. Die Investitionsrechnung schliesst mit Nettoausgaben von 6,8 Mio. Franken ab.